{"id":36102,"date":"2021-05-05T08:41:23","date_gmt":"2021-05-05T05:41:23","guid":{"rendered":"https:\/\/peacenow.org.il\/?p=36102"},"modified":"2021-05-05T08:44:18","modified_gmt":"2021-05-05T05:44:18","slug":"hagit-ofrans-portrait-on-die-rhinepfalz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/peacenow.org.il\/en\/hagit-ofrans-portrait-on-die-rhinepfalz","title":{"rendered":"Hagit Ofran&#8217;s portrait on Die Rhinepfalz"},"content":{"rendered":"\r\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-36105\" src=\"http:\/\/peacenow.org.il\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/hagi1.jpg\" alt=\"\" width=\"752\" height=\"564\" srcset=\"https:\/\/peacenow.org.il\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/hagi1.jpg 752w, https:\/\/peacenow.org.il\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/hagi1-161x121.jpg 161w, https:\/\/peacenow.org.il\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/hagi1-330x248.jpg 330w\" sizes=\"auto, (max-width: 752px) 100vw, 752px\" \/>\r\n<p>Our Settlement Watch Co-Director Hagit Ofran recceived this full portrait piece on Die Rhinepfalz (for German readers) https:\/\/www.rheinpfalz.de\/politik_artikel,-zionistin-aber-gegen-den-siedlungsbau-hagit-ofran-im-portr%C3%A4t-_arid,5181676.html?_ga=2.249869966.981957560.1616325354-1118856332.1615399936<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>Die Friedensaktivistin dokumentiert den Siedlungsbau in den pal\u00e4stinensischen Gebieten und hofft, dass es doch einmal zu einer Zweistaatenl\u00f6sung kommt. Inspiriert wird sie dabei auch vom Erbe ihres Gro\u00dfvaters.<\/b><\/p>\r\n<div id=\"opinary-automation-placeholder\">\u00a0<\/div>\r\n<aside class=\"nfy-cobo-ad nfy-content-ad\"><\/aside>\r\n<p>Wann auch immer Ende der 1980er-Jahre die Friedensorganisation \u201ePeace Now\u201c Zehntausende von Israelis f\u00fcr den Frieden auf die Stra\u00dfen brachte \u2013 die Teenagerin Hagit Ofran stand am Rand und sah fasziniert zu. Heute ist sie 45 und leitende Direktorin des Siedlungs-Watch-Programms von Peace Now \u2013 und wei\u00df vermutlich mehr \u00fcber die israelischen Siedlungen in den pal\u00e4stinensischen Gebieten als irgendein anderer Israeli.<\/p>\r\n<p>Ofran sitzt in ihrem Wohnzimmer im Jerusalemer Stadtteil Rechavia. Sie sieht sich als Workaholic, strahlt aber eine ansteckende Ruhe aus. \u201eEin Freund von mir sagte einmal, dass ich den wohl begehrtesten Job des Friedenslagers habe\u201c, erz\u00e4hlt sie: \u201eEr hatte recht.\u201c Ofran f\u00fchlt sich privilegiert, weil sie ihren Brotverdienst mit dem verbinden kann, woran sie tief im Innern glaubt: dass die Besatzung und der Siedlungsbau aufh\u00f6ren m\u00fcssen, dass eine Zweistaatenl\u00f6sung das Richtige w\u00e4re. Der Abwechslungsreichtum der Arbeit kommt ihr entgegen: Die studierte Judaistin schreibt Artikel \u00fcber den Siedlungsbau, f\u00fchrt und verfolgt Gerichtsprozesse zu Au\u00dfenposten, also \u00fcber Siedlungen, die auch von Israel als illegal betrachtet werden, oft aber im Nachhinein legalisiert werden. Sie f\u00e4hrt regelm\u00e4\u00dfig durch das Westjordanland, um den Siedlungsbau zu dokumentieren.<\/p>\r\n<h3>\u201eIch bin nicht gerne w\u00fctend\u201c<\/h3>\r\n<p>F\u00fcr einige Israelis ist Ofran eine Ikone. 2014 wurde sie von der israelischen Tageszeitung Haaretz zu einer der 66 einflussreichsten israelischen Frauen ernannt. Andere sehen ihre Aktivit\u00e4ten als Verrat am Aufbau des Landes und betrachten sie als diejenige, die ihre Siedlungen zerst\u00f6rt hat. Vor einigen Jahren, als Peace Now gerade vor Gericht gegen einen Au\u00dfenposten klagte, fand sie in ihrem Treppenhaus gespr\u00fchte Morddrohungen. Dennoch liegt ihr fern, sich zu verstecken. Vorsichtig ist sie nur in einigen Siedlungen, in denen sie mehrfach von Siedlern mit Steinen beworfen wurde.<\/p>\r\n<p>Wie bleibt sie so ruhig inmitten des Konfliktes, bei langen Arbeitstagen und als Mutter dreier Kinder? \u201eVielleicht sind es die Gene\u201c, sagt sie, l\u00e4chelt und zuckt mit den Achseln: \u201eIch bin einfach nicht gerne w\u00fctend.\u201c<\/p>\r\n<div id=\"nativendo-artikel\">\u00a0<\/div>\r\n<p>Ofran stammt aus einem religi\u00f6s-zionistischen Elternhaus, kehrte in ihren Zwanzigern der Religion den R\u00fccken, hat aber sp\u00e4ter einige traditionell-religi\u00f6se Elemente wieder in ihren Alltag integriert. Sie liebt ihre Heimatstadt Jerusalem, wegen ihrer Diversit\u00e4t und wegen der \u201eM\u00f6glichkeiten, die die Stadt auch in religi\u00f6ser Hinsicht bereith\u00e4lt\u201c.<\/p>\r\n<aside class=\"nfy-cobo-ad nfy-content-ad\"><\/aside>\r\n<h3>\u201eDer Begriff Zionismus wurde gekapert\u201c<\/h3>\r\n<p>Dass die Besatzung f\u00fcr sie so ein zentrales Thema ist, mag auch an ihrem Gro\u00dfvater Jeschajahu Leibowitz liegen, einem religi\u00f6sen Juden und einflussreichen israelischen Philosophen, der f\u00fcr seine scharfe Kritik an der Besatzungspolitik bekannt war: \u201eEr sagte, die Besatzung ist unmoralisch und furchtbar und muss aufh\u00f6ren.\u201c An jedem Schabbat besuchte die kleine Ofran mit ihrer neunk\u00f6pfigen Familie die Gro\u00dfeltern, manchmal kamen auch ihre Cousins und Cousinen: \u201eDas Haus war ziemlich voll. Und wir alle liebten es, mit ihm zu sprechen.\u201c<\/p>\r\n<p>Sie hat wohl beides von ihm geerbt: den Zionismus und den kritischen Geist. \u201eDer Begriff Zionismus wurde gekapert, aber ich w\u00fcrde mich nach meiner eigenen Definition Zionistin nennen\u201c, erkl\u00e4rt sie: \u201eIch unterst\u00fctze den Staat Israel als Heimst\u00e4tte der Juden. Aber in meinem Zionismus haben die Pal\u00e4stinenser volle Rechte. Und sollten eines Tages die Bewohner des Staates einen Pal\u00e4stinenser zum Ministerpr\u00e4sidenten w\u00e4hlen, dann sei es so. Es ist keine Bedrohung.\u201c Der Opa habe auch die Art ihres Denkens beeinflusst. \u201eWir sind mit Fragen aufgewachsen, nicht mit Antworten\u201c, sagte einmal einer ihrer Br\u00fcder.<\/p>\r\n<p>Der Drang, die Dinge zu hinterfragen, ist ihr geblieben. Ihr Unwille, in Klischees zu denken und in Gut-B\u00f6se-Gegens\u00e4tzen zu verharren, wird deutlich in der Art und Weise, wie sie \u00fcber Siedler spricht. Es w\u00fcrde naheliegen, mit Wut auf diejenigen zu reagieren, die sie scharf kritisieren und mitunter sogar k\u00f6rperlich angreifen. \u201eDie meisten der Siedlerinnen und Siedler sind anst\u00e4ndige Leute\u201c, sagt sie stattdessen: \u201eSie stehen hinter Werten, die ich furchtbar finde, sie erlauben es sich, auf dem Land anderer Menschen zu leben, zu besetzen und andere Menschen ihrer Rechte zu berauben. Aber sie sehen das nicht so. Sie sehen das anders.\u201c<\/p>\r\n<h3>Eine Kerze, die nicht verlischt<\/h3>\r\n<p>Es sind im \u00dcbrigen nicht die Siedler, die Ofran am meisten belasten. Es sind eher diejenigen, die eigentlich wie Ofran denken, die Sache aber f\u00fcr aussichtslos halten. Manchmal hat Ofran das Gef\u00fchl, dass es gar nicht mehr darum geht, Menschen von der Zweistaatenl\u00f6sung zu \u00fcberzeugen, sondern darum, gegen die Verzweiflung anzuk\u00e4mpfen. Dann ist sogar sie manchmal ihres Jobs m\u00fcde.<\/p>\r\n<p>Bisher hat sie immer Wege gefunden, ihre Batterien aufzuladen. Sie findet, es braucht eine Kerze, die nicht verlischt. Die das Feuer dann entz\u00fcnden kann, wenn die Zeit daf\u00fcr reif ist. Wenn es die Chance auf Frieden gibt.<\/p>\r\n<p>Das Portr\u00e4t wurde mithilfe des Instituts f\u00fcr Auslandsbeziehungen (ifa) erstellt. Dessen F\u00f6rderprogramm Zivik unterst\u00fctzt mit Mitteln des Ausw\u00e4rtigen Amtes weltweit zivile Friedensakteure und f\u00f6rdert seit 2020 auch Hagit Ofrans Projekt.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Our Settlement Watch Co-Director Hagit Ofran recceived this full portrait piece on Die Rhinepfalz (for German readers) https:\/\/www.rheinpfalz.de\/politik_artikel,-zionistin-aber-gegen-den-siedlungsbau-hagit-ofran-im-portr%C3%A4t-_arid,5181676.html?_ga=2.249869966.981957560.1616325354-1118856332.1615399936 &nbsp; Die Friedensaktivistin dokumentiert den Siedlungsbau in den pal\u00e4stinensischen Gebieten und hofft, dass es doch einmal zu einer Zweistaatenl\u00f6sung kommt. 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